Pilot auf Flughöhe Null:

Flugsimulator - die Historie

Die Anfänge

Als erster nicht auf Wind basierender Flugsimulator kann wohl eine Konstruktion bezeichnet werden, die um 1910 erstmals zum Training eingesetzt wurde. Dieser Flugsimulator bestand im wesentlichen aus zwei Fasshälften, die aufeinander gelegt zum einen den Standfuß und zum anderen das darauf schaukelnde Cockpit darstellten. Der Pilot saß in der oberen Fasshälfte, die manuell bewegt wurde, und musste nun verschiedene Fluglagen kontrollieren.

Die ersten Trainer

Mit dem Ersten Weltkrieg wurden Flugtraining-Maschinen entwickelt, in denen die Piloten die räumliche Orientierung üben sollten. Der "Ruggles Orientator" wurde sogar schon elektrisch angesteuert, sowohl vom Instruktor, der das "Cockpit" um seine Achsen drehen ließ, als auch vom Schüler, der die Waagerechte zu halten versuchte.

Instrumentenflüge

Schon bald wurden die beweglichen Trainer mit immer komplexeren Instrumenten versehen, die entweder pneumatisch oder mechanisch angesteuert wurden. Eine weitere Entwicklung war die Möglichkeit, den Flugweg des Schülers mittels eines Plotters aufzuzeichnen: Ein Stift malte eine Linie auf eine Karte, was dem Fluglehrer auch die Möglichkeit verschaffte, Signale von Funkfeuern manuell zu simulieren.

Entwicklungen im Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg überschlugen sich die technischen Entwicklungen in der Luftfahrt: Hohe Geschwindigkeiten, Einziehfahrwerke und vieles mehr machten das Fliegen zu einer immer komplexeren Aufgabe – und damit eine exakte Zusammenarbeit der Cockpitcrew immer wichtiger. Die Trainer wurden in Flugverhalten und Cockpitlayout an spezielle Flugzeugtypen angepasst, zudem tauchte bald eine neue Form der Trainer auf: die Verfahrenstrainer. In Mockup-Cockpits lernten erst die Piloten und später sogar ganze Bomber-Besatzungen das Fliegen im Team.

Die Realität rückt näher

Die Fortschritte in der Elektrotechnik machten es nun auch möglich, sowohl Instrumente als auch Steuerung erstmalig wirklich zu simulieren: Mit den neuen Computern wurde es möglich, aerodynamische Gesetze über die Auswertung von Variablen in Gleichungen zu berechnen und in die Simulation einfließen zu lassen. Somit konnten erstmalig aerodynamische Gegebenheiten spezieller Flugzeuge nicht nur durch Ausprobieren wiedergegeben, sondern im wahren Sinne des Wortes simuliert werden.

Im Einsatz für die Airlines

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hielten die Flugsimulatoren auch Einzug in die zivile Luftfahrt. Der erste Airline Flugsimulator wurde von Curtiss-Wright für Pan American Airways hergestellt. Der Boeing 377 Stratocruiser Flugsimulator war zwar nicht beweglich und hatte kein Sichtsystem, aber das Cockpit war bis ins kleinste Detail komplett simuliert. Zum Einsatz kam dafür ein analoger Computer. Die Crews konnten somit ganze Flüge durchführen, Prozeduren trainieren und sich auf Notfälle vorbereiten.

Es kommt Bewegung in die Sache

Spätestens mit der Entwicklung der Großraumflugzeuge Anfang der 60er Jahre führte kein Weg mehr an immer ausgeklügelteren Bewegungssystemen vorbei. Den drei Grundachsen für die Nick-, Roll- und Gierbewegung folgten deshalb auch bald jeweils noch die Möglichkeiten der Auf- und Ab-Bewegung. Die Instrumente im Flugsimulator konnten präzise angesteuert werden und auch das Motion-System wurde immer besser.

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Seit Anfang der 70er Jahre hielten computergenerierte Außengrafiken Einzug in den Flugsimulator. Zuerst waren diese Szenerien zwar nur einzelne weiße Lichtpunkte auf einer ansonsten schwarzen Landschaft, aber für Nachtflüge reichte das ohne Frage aus. Mit fortschreitender Computertechnologie entwickelte man Ende der 70er Jahre dann dreidimensionale Landschaften, die bis heute immer weiter entwickelt wurden und mittlerweile kaum noch von der realen Welt zu unterscheiden sind.

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Jens Katenkamp Jens Katenkamp

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