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Was soll aus mir nur werden...?

10.07.2018

Endlich, die Schulzeit ist vorbei und das Abi geschafft. Aber was nun? Diese Frage stellen sich jetzt viele der rund 350.000 Abiturienten. Unter den Traumberufen ganz weit oben lanciert nach wie vor der des Piloten. Wie Jan Liebich (29), unser künftiger ProFlight Instruktor in München zu seinem Traumberuf Pilot kam lesen Sie hier.

Berufswunsch Pilot - Jan Liebich fliegt jetzt einen Airbus A340 und hat sich einen Traum erfüllt

„You have control!” Als Jan Liebich diese Worte im Rahmen einer Abschlussprüfung von seinem Fluglehrer hörte und zum ersten Mal eine richtig große Maschine, einen Airbus A320, fliegen durfte, ging für ihn ein Traum in Erfüllung. „Ich kann mich an dieses große Gefühl ganz genau erinnern: Es war wie das erste Mal verliebt sein”, versucht der heutige Pilot den großen Moment von damals zu beschreiben.

Aber von vorn: Jan Liebich hatte sein Abi ganz frisch in der Tasche und als Violinist gerade mit dem Musikstudium in München begonnen, als ein Flugsimulator vor knapp zehn Jahren seinen beruflichen Werdegang grundlegend veränderte: „Das war ein Full Flight Simulator der Lufthansa. Dieses Erlebnis war einfach großartig und hat mir letztlich gezeigt, dass Fliegen das ist, was ich beruflich wirklich machen will”, erinnert sich Liebich. Schon als
kleiner Junge war er von der Fliegerei begeistert.

Also bewarb er sich daraufhin parallel zum Musikstudium als Pilot bei einer Tochter der Lufthansa, der Swiss International Air Lines. „Drei Monate habe ich mich auf das  mehrtägige Auswahlverfahren vorbereitet, weil ich wusste, dass es anspruchsvoll ist.” Bei den Aufnahmeprüfungen musste Liebich sein fliegerisches Talent, seine logischen und technischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, psychologische Tests bestehen und sich medizinisch ganz genau durchchecken lassen. Nachdem er all das bestanden hatte, konnte die Pilotenausbildung beginnen.

Nur fünf bis acht Prozent aller Bewerber bestehen ein solches Auswahlverfahren und werden
zur Ausbildung zugelassen. Die Anforderungen an die Auszubildenden sind hoch und
müssen es sein, bedenkt man, wie viel Verantwortung ein Pilot trägt, wenn er viele 100
Passagiere von A nach B fliegt. „In Gefahrensituationen muss ein Pilot sofort reagieren
können und gegebenenfalls innerhalb kurzer Zeit entscheiden, was zu tun ist. Er kann also
nicht mal eben rechts ran fahren, auf Stopp drücken und überlegen ”, erklärt Liebich.
18 Monate dauert die Grundausbildung zum Piloten in der Regel und ist in Theorie- und Praxisblöcke unterteilt. Anschließend spezialisieren sich die Ausbildungsabsolventen beim sogenannten „Type Rating” auf ein bestimmtes Flugzeugmodell. Liebich wurde zunächst auf dem Airbus A320 ausgebildet. „Drei Monate lang haben wir das Flugzeug ganz genau studiert und jedes einzelne System kennengelernt”, erzählt er.

Heute, rund sieben Jahre später, ist Liebich ein gestandener Pilot und fliegt die ganz großen Vögel. Sein Büro befindet sich über den Wolken, sein Schreibtisch ist das Cockpit und seine Kollegen sind immer andere, weil die Crew unter anderem aus Sicherheitsgründen ständig wechselt. „Für mich ist das Fliegen mein absoluter Traumberuf. Ich bin sehr froh, dass ich es damals als Musikstudent gewagt habe, mich für die Pilotenausbildung zu entscheiden”. Sein Tipp für all diejenigen, die noch nicht genau wissen, wohin es beruflich gehen soll, aber mit der Fliegerei liebäugeln: „Wer Pilot werden will, sollte zu 150 Prozent hinter dieser Entscheidung stehen und sich von vornherein auch über die Nachteile dieses Berufs wie unregelmäßige Arbeitszeiten und ein nicht ganz einfach planbares Sozialleben bewusst sein”, so Liebich.

Um die eigene Motivation für die Fliegerei zu testen, könne der Flug in einem Full Flight Simulator hilfreich sein. „Diese Level-D Flugsimulatoren entsprechen ja bis ins Detail einem realen Flugzeug”, erklärt Liebich. Vor der Bewerbung zum Piloten ist er selbst in einem solchen Simulator in Frankfurt geflogen. Die Firma ProFlight zum Beispiel macht die 15 bis 20 Millionen teuren Siumlatoren der Lufthansa, an denen Berufspiloten trainieren, an
unterschiedlichen Standorten Deutschlands für Laien zugänglich (www.proflight.com).

Vor allem jungen Frauen will Liebich Mut machen, die Pilotenausbildung zu absolvieren. Denn die Quote der weiblichen Piloten liegt derzeit gerade mal bei rund fünf Prozent. Nach Informationen des Bundesamts für Luftfahrt gab es im Jahr 2016 in Deutschland 11.009 Piloten für Verkehrsflugzeuge, davon waren nur 557 Frauen. Die Ursache hierfür sieht Liebich vor allem in veralteten Geschlechterklischees: „Noch immer lassen sich leider viele junge Frauen von technischen Berufen abschrecken. Dabei wird den Bewerbern im Auswahlverfahren nichts abverlangt, was Männer von Natur aus besser könnten”, betont Liebich. Und weil Diversity nachweislich gut für Teambildung und das Arbeitsklima ist, gibt es schon Airlines wie EasyJet, die eine Frauenquote einführen wollen. Wer weiß, vielleicht hört man in einigen Jahren ja häufiger mal eine Frauenstimme, die die Passagiere aus dem Cockpit begrüßt….

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Jens Katenkamp Jens Katenkamp

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