Pilot auf Flughöhe Null –
die Geschichte des Flugsimulators


Herzlich willkommen zum ersten Teil unserer Fortsetzungsgeschichte von den Anfängen der Flugsimulation bis zur Gegenwart.
Vielleicht besitzen Sie Fotos oder Zeichnungen von historischen Flugimulatoren? Die würden wir gern hier veröffentlichen, vielleicht sogar in einer eigenen Bildgalerie. Bitte schreiben Sie an history[at]proflight.com

Und jetzt: viel Vergnügen!
 
 




Die Flugsimulation
beginnt mit der
Erfindung des Motorflugs
















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Die Anfänge der Flugsimulation

Schon seit Beginn der ersten Flugversuche übten die Piloten ihre Flugkünste erst einmal am Boden. Dafür hatten sie noch keine speziell entwickelten Geräte; sie setzten einfach Ihre Flugmaschinen ein: Bei möglichst starkem Gegenwind probierten sie, das am Boden befestigte Flugzeug unter Kontrolle zu halten.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten die Franzosen das sogenannte "Pinguin System" zum Training Ihrer Flugschüler: Ein Flugzeug mit gestutzten Flügeln erlaubte es dem Flugschüler, ein Gefühl für seine Maschine zu entwickeln, ohne dass er dafür abheben musste. Andere Ansätze zum Training am Boden waren auf Eisenbahnwagons befestigte oder sonstwie dem Wind ausgesetzte und dennoch am Boden fixierte Flugzeuge.

Natürlich kann hier noch nicht wirklich von Simulatoren gesprochen werden – der Schritt dahin sollte aber nicht mehr lange auf sich warten lassen: Als erster nicht auf Wind basierender Flugsimulator kann wohl eine Konstruktion bezeichnet werden, die um 1910 erstmals zum Training eingesetzt wurde. Dieser Simulator bestand im wesentlichen aus zwei Fasshälften, die aufeinander gelegt zum einen den Standfuß und zum anderen das darauf schaukelnde Cockpit darstellten. Der Pilot saß in der oberen Fasshälfte, die manuell bewegt wurde, und musste nun verschiedene Fluglagen kontrollieren.
Die ersten Trainer

Der Erste Weltkrieg brachte die Entwicklung weiterer Flugtraining-Maschinen. So wurden Geräte entwickelt, in denen die Piloten die räumliche Orientierung üben sollten. Der "Ruggles Orientator" wurde sogar schon elektrisch angesteuert, sowohl vom Instruktor, der das "Cockpit" um seine Achsen drehen ließ, als auch vom Schüler, der die Waagerechte zu halten versuchte.

Der "Link-Trainer" von 1930 revolutionierte die Entwicklung der Simulatoren. Der nächste Schritt hin zur Simulation war dann, die Bewegung des Simulators nicht mehr durch den Instruktor manuell zu erzeugen, sondern gekoppelt durch die Steuerbewegungen des "Piloten" zu generieren. Solch ein Simulator sorgte bereits 1917 in Frankreich für Aufsehen: Durch eine Dampfmaschine angetrieben, setzte der Simulator die Steuerimpulse in Bewegung um.

Mittlerweile war es üblich, kleine Flugzeugrümpfe zu verwenden, die beweglich auf einem Unterteil befestigt wurden. Solch ein Gerät war auch der "Link-Trainer". Der 1930 patentierte Simulator erzeugte durch elektrisch angesteuerte Pneumatikpumpen die Gier-, Roll- und Nickbewegungen eines Flugzeugs. Die Steuereingaben über den Stick und die Ruder wurden in Bewegung umgesetzt, und ein paralleles System simulierte Störeinflüsse.

Aber auch diese ersten Link-Trainer simulierten noch nicht das Fliegen: Es fehlte vor allem noch die Simulation der Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Steuereingaben.
Training zum Instrumentenflug

Die ersten Instrumententrainer waren aus heutiger Zeit gesehen sehr lustige Geräte: Auf der einen Seite saß der Schüler. Er "flog" mit Steuerknüppel und Ruder. Auf der anderen Seite stellte ein Fluglehrer entsprechend den Bewegungen des Schülers die Instrumente. Somit war der "Simulator" immer nur so gut wie der Lehrer, der ihn bediente.

Schon bald wurden die beweglichen Trainer mit Instrumenten ausgestattet. Die Link-Trainer wurden nach und nach mit immer komplexeren Instrumenten versehen, die entweder pneumatisch oder mechanisch angesteuert wurden. Der Trainer konnte sich bald auch im Kreis drehen, um auf einfache Art und Weise eine Kompassanzeige zu ermöglichen.

Eine weitere Entwicklung war die Möglichkeit, den Flugweg des Schülers mittels eines Plotters aufzuzeichnen: Ein Stift malte eine Linie auf eine Karte, was dem Fluglehrer auch die Möglichkeit verschaffte, Signale von Funkfeuern manuell zu simulieren. Ende der 30er Jahre wurde auch die automatische Generierung von Signalen der Funkfeuer entwickelt, und die ersten Außensicht-Systeme wurden erprobt.
                               (zur Folge zwei)
Der Autor David Haße
ist Herausgeber
des Luftfahrtportals
www.airliners.de

















































 
 
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